Vor einigen Wochen haben wir an dieser Stelle gefragt: Wie klingt eigentlich eine Fledermaus? Bei unserer Fledermausnacht am 28. August konnten rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Frage selbst auf den Grund gehen und Teil eines besonderen Naturerlebnisses im Wispertaunus sein.
Bat-Detektoren machen Fledermausrufe hörbar
Das Smartphone zeigt die Anwendung des Bat-Detektors, mit dem man Fledermausrufe für Menschen hörbar machen kann.
Auch wenn Fledermäuse für uns völlig lautlos durch die Nacht fliegen, sind sie keineswegs stumm unterwegs. Sie orientieren sich mit Hilfe von Ultraschallrufen, mit denen sie ihre Umgebung wahrnehmen und auf die Jagd gehen. Nur: Für unsere Ohren bleiben diese Rufe normalerweise verborgen.
Das änderte sich an diesem Abend. Mit sogenannten Bat-Detektoren konnten wir die Rufe der Fledermäuse hörbar machen. Besonders viele Zwergfledermäuse waren rund um den Veranstaltungsort unterwegs und sorgten für ordentlich Betrieb. So musste man mit etwas Glück nicht einmal auf die Technik zurückgreifen: Auch mit bloßem Auge konnten wir einige Fledermäuse bei ihren schnellen Flugmanövern beobachten.
Abenteuerliche Flugmanöver in der Dunkelheit
Bevor es in die Dunkelheit ging, konnten die Teilnehmenden einiges über die Tiere erfahren. Unter fachkundiger Führung von Elena Krannich lernten die Teilnehmenden die verschiedenen waldbewohnenden Fledermausarten, wie zum Beispiel die Bechsteinfledermaus, kennen und erfuhren, was diese besonderen Tiere zum Leben brauchen. Auch der Jahresverlauf der Fledermäuse wurde genauer unter die Lupe genommen – von der Fortpflanzung und Jungenaufzucht bis hin zur Winterruhe. Verschiedene Anschauungsobjekte machten die Besonderheiten der Fledermäuse greifbar: eine präparierte Zwergfledermaus, die zum Fang genutzten Netze, Kotproben sowie weitere Fledermaus-Modelle, ergänzt durch Bilder der Arten und ihrer Lebenszyklen.
Neben den Batdetektoren kam auch eine Wärmebildkamera zum Einsatz. Damit ließen sich die nächtlichen Flugkünstler auf eine andere Weise beobachten. Was für uns bei Dunkelheit kaum sichtbar ist, wurde auf dem Bildschirm plötzlich deutlich, sodass die Teilnehmenden die wendigen Tiere genau verfolgen konnten.
Mit solchen Netzen können Fledermäuse bei Nachts für die Kartierung und Bestimmung gefangen werden.
So klingen Fledermäuse
Und wie klingt nun eine Fledermaus? Vor allem ziemlich faszinierend. Je nach Art und Situation sind ihre Rufe ganz unterschiedlich: Manche Rufe klingen wie ein fröhliches Zwitschern, manche eher wie ein schnelles Rattern oder Knistern, oft im Staccato, mal regelmäßig und mal unregelmäßig. Aus einem scheinbar stillen Wald wurde so eine ganz eigene, nächtliche Konzerthalle der besonderen Art.
Für die Organisatoren und die Teilnehmenden fiel das Fazit eindeutig aus: Es war ein informativer, spannender und vor allem schöner Abend, der gerne wiederholt werden darf. Ein herzliches Dankeschön an alle, die dabei waren und gemeinsam mit uns den nächtlichen Wispertaunus erkundet haben!
Übrigens: Wer nicht dabei sein konnte, aber trotzdem wissen möchte, wie eine Fledermaus denn nun klingt, kann hier den Rufen der verschiedenen Arten lauschen.


